Wissen aus dem Werk
Wir empfehlen kein Futter, bevor wir Ihren Betrieb kennen.
Dasselbe Futter wirkt in zwei Anlagen unterschiedlich. Deshalb prüfen wir fünf Faktoren, in dieser Reihenfolge. Jeder entscheidet etwas anderes am Futter.
Fünf Faktoren, fünf Entscheidungen
Fischart und Ziel
Speisefisch, Satzfisch, Laichfisch, Fleischfarbe, Kaviar, Räuchern.
Entscheidet: Futterlinie und Nährstoffprofil.
Anlage und Wasser
Teich, Durchfluss, Kreislauf (RAS), Netzgehege; l/s, Wasserwechsel.
Entscheidet: sinkend oder schwimmend, Phosphorgehalt.
Temperatur und Sauerstoff
Jahresverlauf der Wassertemperatur, Sauerstoff im Ablauf.
Entscheidet: Energiegehalt (Fett) und Tagesration.
Fischgewicht und Besatz
Start- und Zielgewicht, kg/m³, Sortierung.
Entscheidet: Körnung und Futtermenge pro Tag.
Menge und Logistik
Jahresproduktion, Lager, Liefertakt.
Entscheidet: Sack, Big Bag oder Silo; ● ab 3 t; eigene Rezeptur ab 2–4 t je nach Futtersorte.
Warum die Temperatur so viel entscheidet
kg Futter pro 100 kg Fisch und Tag
Werte als Tabelle
| Wassertemperatur (°C) | kg Futter pro 100 kg Fisch und Tag |
|---|---|
| 2 °C | 0,3 |
| 4 °C | 0,4 |
| 6 °C | 0,5 |
| 8 °C | 0,6 |
| 10 °C | 0,6 |
| 12 °C | 0,8 |
| 14 °C | 1,0 |
| 16 °C | 1,2 |
| 18 °C | 0,8 |
| 20 °C | 0,7 |
- Viermal so viel: Bei 16 °C brauchen Ihre Fische viermal so viel Futter wie bei 2 °C.
- Über dem Optimum: Die Ration sinkt wieder. Der Sauerstoff wird knapp.
- Deshalb: Wir fragen nach dem Temperaturverlauf über das ganze Jahr, nicht nach einem Mittelwert.
Sauerstoff und Wasserwerte
Welche Wasserwerte beeinflussen das Wachstum am stärksten?
Zuerst die Temperatur: Im Optimum Ihrer Art wächst der Fisch am schnellsten. Dann Sauerstoff: Er sinkt, wenn das Wasser wärmer wird, und mit ihm die Futteraufnahme. Dazu CO₂, Ammoniak, Nitrit und ein stabiler pH.
Was tue ich, wenn der Sauerstoff sinkt oder die Temperatur über dem Optimum liegt?
Erhöhen Sie die Sauerstoffzufuhr kurz vor jeder Fütterung, um so viel, wie die Fütterung zusätzlich verbraucht. So haben Ihre Fische während der Mahlzeit und danach genug Sauerstoff. Das Temperaturoptimum Ihres Futters lesen Sie in der Fütterungstabelle ab: Es liegt dort, wo die Ration am höchsten ist.
Wie wirkt sich das Futter auf diese Wasserwerte aus?
Was der Fisch nicht verwertet, landet im Wasser: Stickstoff aus dem Protein als Ammoniak, Phosphor als Nährstofffracht, Reste als Sauerstoffzehrung im Biofilter. Verdauliches Futter mit passendem Protein-Energie-Verhältnis und eine Ration ohne Reste entlasten die Anlage. Am meisten zählt, dass nichts liegen bleibt.
Wie komme ich zu einem besseren FCR in der Praxis?
Ich wechsle die Körnung langsam
Wo sich Gewichtsklassen überschneiden, mische ich alte und neue Körnung 3–5 Tage lang.
Ich füttere nach Temperatur
Ich nehme die Ration aus der Tabelle der Produktseite und senke sie oberhalb des Optimums.
Ich achte auf den Sauerstoff
Ich halte die Richtwerte der Wasserwerte ein. Fällt der Sauerstoff, senke ich die Ration.
Ich kenne meine Biomasse
Alle 2–4 Wochen wiege ich eine Stichprobe und rechne die Ration neu.
Ich vermeide Futterreste
Ich füttere öfter in kleinen Portionen und prüfe, ob alles gefressen wird.
Ich lagere richtig
Trocken, kühl und schattig. Angebrochene Säcke verbrauche ich zügig.
Ich messe nach: FCR = kg verfüttertes Futter ÷ kg Zuwachs. Nur so sehe ich, ob meine Schritte wirken.
Ihr Betriebs-Check: Das fragen wir
- Jahresproduktion pro Fischart
- Wasser: l/s, Wasserwechsel
- Becken: Maße und Besatz (kg/m³)
- Messtechnik: O₂, CO₂, Ammoniak, pH
- Fütterung: von Hand oder Automat, wie oft
- Heutiges Futter (Etikett) und erreichter FCR
- Ziel: Fleisch, Kaviar, Räucherware
- Setzlinge zugekauft oder eigene Brut
- Verkaufsgewicht
So gehen wir vor: ein Beispiel
Forellen im Durchfluss, Winter 6–8 °C, Sommer bis 15 °C, Setzlinge 25 g, Ziel 350 g.
Winter
FM 44/18 EX, das Kältefutter für 2–8 °C, mit weniger Fett.
Ab 8 °C
FM 44/24 EX, mehr Energie, wenn der Stoffwechsel anzieht.
Menge
aus dem Futterbedarfsplan Forelle, umgerechnet auf Ihren Besatz.
Bestellung
Liefertakt passend zum Lagerplatz.